Foto: Uwe Arens

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DER TRAUM IST DER FLUG

 

 

Wir treten ein ins Leben.

Wir gehen aus dem Leben.

In der Zeit dazwischen leben wir.

 

Alles ist in Bewegung. Immer. Es gibt keine Bewegung ohne Gegenbewegung. Jedes mal. wenn wir uns bewegen, setzen wir damit etwas anderes in Bewegung. Oder wir werden durch etwas in Bewegung gesetzt. Oder etwas ist in uns in Bewegung. Unser Herz schlägt. Es zieht sich zusammen und entspannt sich. Blut wird durch unsere Adern gepumpt, Sauerstoff transportiert. In unseren Lungen wird Luft bewegt. Oder ist es die Luft, die unsere Lungen bewegt? Der Brustkorb hebt und senkt sich. Spürbar. Sichtbar. Ohne Bewegung sind wir tot.

 

Stillstand.

Nichts bewegt sich.

Wir gehen nirgendwo hin und niemand kommt auf uns zu.

 

Ruhe ist eine andere Form der Bewegung.

 

Plötzlich sehe ich ein Mädchen über die Strasse springen.

Ich vergas, wie es ist selbstvergessen einer Bewegung zu folgen.

Ohne Gedanken an das, was ich tue.

Die Erinnerung blieb.

Unsichtbar.

Das Mädchen hat sie geweckt.

 

Alles ist miteinander verbunden und voneinander abhängig.

Jede Bewegung, die wir vollziehen, setzt eine neue in Gang.

 

In meiner Performance DER TRAUM IST DER FLUG gehe ich diesen Zusammenhängen nach.

 

Die Performance:

 

Zwei Aktöre spielen mit einem riesigen Knäuel aus roter Seide. Dabei entrollt sich der Faden. Was auf der einen Seite Einschränkung bedeutet lässt auf der anderen Seite neue Räume entstehen. Verbindungen werden sichtbar. Die Möglichkeiten des Handelns ergeben sich aus dem Spiel.

Parallel wird ein Text eingespielt. Gedanken, Fragmente, hingeworfen, immer wieder neu beleuchtet. Übergehend in freie Assoziationen korrespondieren sie mit dem sichtbaren Verlauf.

Der Raum wird eingenommen, durchwirkt. Nichts bleibt, wie es war. Alles ist in Bewegung, in ständiger Veränderung.

 

mit Akemi Nagao, Carolin Fürst und Christina Kyriazidi

 

2010, Plot in Situ, International Festival of Life Art, Berlin, Germany