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SITTING MADONNAZ

 

Die Performance ist Präsenz.

Körperliche und geistige Anwesenheit als Nährboden für Kommunikation.

 

Drei Frauen schaffen sich einen Raum in der Öffentlichkeit.

Sie lassen sich inspirieren von dem Ort ihres Auftritts, von der Art der Veranstaltung, von der Zeit des Geschehens, von ihrem eigenen Wesen und dem Bild der Madonna als anbetungswürdige Frau unserer abendländischen Kultur.

 

"Die Madonna transformiert Leid.

Sie sieht den Schmerz und ist Hoffnungsträgerin.

Sie ist überall präsent.

Der unsichtbare Faden zwischen Leben und Tod, Glaube, Liebe, Hoffnung.

Sie singt den Dank des Lebens."

 

Die Performance ist Zelebration.

Der Raum wird bereitet.

Die Frauen schmücken sich.

Dann machen sie sich auf den Weg.

Ein Initiationsritus?

 

Sie dringen ein in den sichtbaren Raum, dem offiziellen Ort der Performance, und lassen sich nieder.

Sie sind einfach da.

Man kann sie bestaunen.

Einzeln und zusammen.

Ein lebendes Bild, das durch seine Stille irritiert.

 

Die Handlung ist leise.

Gesten.

Das Anbieten von Getränken und Früchten,

die Möglichkeit eines Gesprächs.

 

Manchmal tanzen sie auch.

 

Sie berühren und öffnen Raum für die eigene Vision.

 

mit Karin Preisser und Angelika Schedler

 

1998 Erstaufführung, Berlin, Deutschland